Carlolinum Osnabrück
23.02.2020

Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust in Esterwegen

Am 27. Januar 1945 wurden die Lager in Auschwitz durch sowjetische Soldaten befreit. Deshalb erklärte Bundespräsident Roman Herzog 1996 dieses Datum zum offiziellen Gedenktag, an dem an die Menschen erinnert werden soll, die der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zum Opfer gefallen sind. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat das internationale Gedenken in einer Resolution ebenfalls auf diesen Tag gelegt.

Angesichts der 75. Wiederkehr dieses Ereignisses und der rechtsextremistisch motivierten Vorfälle in Halle im Oktober kam den Veranstaltungen dieses Jahr besondere Aufmerksamkeit zu.  

In Esterwegen, dem zentralen Gedenkort für die insgesamt 15 Emslandlager, erinnerte man mit einem Film über Erna de Vries, die als junge Frau Auschwitz erlebt und glücklicherweise überlebt hat, an die Gräuel dieser Zeit. Die in Lathen lebende Zeitzeugin war bei dieser Veranstaltung, zu der über 1000 Menschen gekommen waren, selbst anwesend.

Der Chor des Carolinums, der seit vielen Jahren auch etliche hebräische Gesänge im Repertoire hat, war neben anderen für den musikalischen Teil des Nachmittags verantwortlich. Als die Anfrage zur Beteiligung kam, gab es kein langes Überlegen: Man fühlte sich geehrt, dass man auf diese Weise einen Beitrag zur Erinnerung und zur Versöhnung leisten konnte. Jutta Albrecht-Laaff als Leiterin des Chores und diesmal als Pianistin wirkend) und Ansgar Schönecker wählten Psalmen von Louis Lewandowsky und Samuel Naumbourg, zwei Komponisten des 19. Jahrhunderts, die den Anwesenden vor Ohren führen sollten, welch enge Symbiose europäisch-jüdische Kultur zu dieser Zeit gebildet hatten.

Der Artikel aus der Zeitung findet sich auch hier.

Quelle der Photos: Ems-Zeitung, Photografin Marion Lammers